Handchirurgie

Operation bei Dupuytren'scher Kontraktur (verdickte Bindegewebsplatte an der Hand)

An der Handinnenseite sind Blutgefäße, Nerven und Sehnen der Hand- und Fingermuskeln in ein elastisches Bindegewebspolster eingebettet. Die Zusammensetzung dieses Bindegewebes kann sich durch Erkrankungen verändern, was dazu führen kann, dass es unelastisch wird, sich verhärtet und schrumpft. Diese Veränderung wird als Dupuytren’sche Kontraktur bezeichnet.

 

Zuerst entwickeln sich meist derbe Knötchen am oberen Rand der Hohlhand (bevorzugt am Ring- und Kleinfinger), die langsam größer werden. Im weiteren Verlauf kommt es zur Ausbildung von bindegewebigen Strängen, die von der Hohlhand bis in die Finger ziehen und die Streckung der Finger behindern. Anfangs können die Finger dann nicht mehr im Grundgelenk, später auch im Mittel- und Endgelenk gestreckt werden. Die Haut über den Veränderungen ist verdickt und schlecht verschiebbar. Durch die Veränderungen kann die Funktion und Leistungsfähigkeit der Hand stark beeinträchtigt sein.

 

Besteht die Beugestellung der Finger über einen längeren Zeitraum, so treten Gelenkveränderungen auf, die auch durch eine Operation nicht mehr vollständig behoben werden können. Es ist daher von großer Bedeutung, rechtzeitig zu operieren.

 

Je nach Fortschreiten der Erkrankung kann das Ausmaß des Eingriffs ganz unterschiedlich ausfallen. Der Eingriff kann entweder in Vollnarkose oder Regionalbetäubung (Plexusanästhesie) erfolgen und ist mit einem stationären Aufenthalt von ein bis zwei Tagen verbunden.

 

Manchmal reicht es aus, einzelne bindegewebige Stränge zu entfernen. In fortgeschrittenen Fällen ist es unter Umständen nötig, die gesamte Bindegewebsplatte der Handinnenfläche herauszutrennen. Zusätzlich müssen während der Operation manchmal Verwachsungen im Bereich von Nerven, Gefäßen und Gelenkkapseln vorsichtig gelöst werden.

 

Damit die Narbe nicht später wieder zu einer Schrumpfung des Bindgewebes führt, wird meist eine zick-zack-förmige Schnittführung gewählt. In manchen Fällen kann es auch nötig sein, Z-förmige Hautverschiebelappen (sogenannte Z-Plastik) oder Hauttransplantationen (vor allem bei Durchblutungsproblemen der Haut über den Knoten und Strängen) durchzuführen. Es kann notwendig sein, mikrochirurgisch zu operieren, d.h. mit Lupenbrille oder mit Operationsmikroskop. In stark fortgeschrittenen Fällen kann eine Minimalfunktion der Hand unter Umständen nur noch durch eine Fingeramputation erhalten werden. Zum Abschluss der Operation wird ein dünner Plastikschlauch zur Ableitung des Wundsekrets eingelegt, der nach ein bis zwei Tagen wieder entfernt wird. Zur Ruhigstellung wird meist für ein bis zwei Wochen einen Unterarmverband angelegt.